… Therapiefinanzierung …

…. nun haben wir uns ein wenig eingelesen auf verschiedenen Plattformen im Netz.

Öfters sind wir darauf gestoßen, das es einige Betroffene gibt, die schon 10 Jahre oder noch lĂ€nger in Therapie sind und dann noch beim gleichen Therapeuten.

Mir stellt sich die Frage, wie zum Geier kriegt man es hin, das die Krankenkasse so lange eine Therapie bezahlt Ist man dann wöchentlich in Therapie, Einzelstunde oder Doppelstunde? Oder alle zwei Wochen nur oder alle drei Wochen? Oder sind da Monatelang oder gar Jahre Pause dazwischen, oder sind das Selbstzahler, das kann ich mir ja nicht wirklich vorstellen, denn eine Therapiestunde kostet ja um die 90 ,- Euro, zumindest bei unserem Psychiater.

NatĂŒrlich könnte man jetzt sagen, frag die anderen doch einfach. Das tun wir nicht, wir fĂ€nden das grenzĂŒberschreitend und so.

Wie kriegt man das denn hin?

Wir haben von unserer Kasse 100 stunden (VerlĂ€ngerungsantrag schon mit eingerechnet) genehmigt bekommen und diese sind schnell aufgebraucht, da irgendwann in der laufenden Therapie beschlossen wurde, Doppelsitzungen an zu wenden, aus diversen logischen GrĂŒnden, welche ich nicht nĂ€her erlĂ€utern möchte.

Klar, gibt es dann noch die Möglichkeit ĂŒber den Fond, ihr wisst ja sicher worum es sich da handelt.

Dies war auch erfolgreich nach einer lĂ€ngeren Wartezeit. Aber auch das reicht ja nicht, selbst dann nicht, wenn man wie wir die Höchstsumme genehmigt bekommen hat. Das sind dann ja bei einem Stundensatz von 90 ,- Euro auch „nur“ 111 weitere Stunden, die dann im Doppelsitzungssetting relativ schnell wieder aufgebraucht sein werden..

Und was kommt dann? Meine Kasse besteht auf 2 Jahre Wartezeit. Das macht aber ja nun keinen Sinn.

Aber es macht ja nun noch weniger Sinn, mitten in einer eigentlich laufenden Therapie, den Therapeuten zu wechseln und eine andere Therapierichtung anzufangen. Welche ja dann ohne Wartezeit begonnen werden kann.

Deswegen mein Gedankengang, wie schafft man es 10 Jahre und mehr in einer Therapie zu sein beim gleichen Therapeuten? Liegt das an der Krankenkasse, gibt es Krankenkassen, welche das einfach immer so durchwinken?

Das ein Therapeut lÀngere Zeit umsonst arbeitet, kann ich mir nur schwer vorstellen. Wie also bekommen einige das hin, das sie durchgehend in einer langjÀhrigen Therapie sind und dann noch beim gleichen Therapeut?

Naja, wir hatten auch bereits Kontakt mit dem weißen Ring und so, unsere Erfahrungen mit denen war unterirdisch. Neeee, TherapiefinanzierungsunterstĂŒtzung gibt es nicht, man bot uns einen Beratungsgutschein in Höhe von etwas ĂŒber 100,- Euro an, fĂŒr drei Beratungstermine, mehr könne man nicht fĂŒr uns tun und was wir denn wollten. Wir mĂŒssten erstmal anzeigen usw. usf.! erstmal sollten wir uns rechtfertigen und uns erklĂ€ren warum wir nicht anzeigen wĂŒrden … naja VerjĂ€hrung und so, darauf sind die gar nicht eingegangen. das wĂ€re unĂŒblich das man Betroffenen finanziell bei der Finanzierung einer Therapie unterstĂŒtzt, es gĂ€be halt diese Beratungsgutscheine, mehr nicht. Beratung und UnterstĂŒtzung gĂ€be es von denen selber nicht weiter. Aha, …

Wir könnten aber auch unsere Krankenkasse verklagen. Und warum uns denn 100/200 stunden Therapie nicht reichen wĂŒrden, das mĂŒsste doch reichen. Naja wenn nicht könnten wir ja auch in eine Klinik gehen, das wĂ€ren nochmal so 6 Wochen und dann mĂŒsste das Thema aber erledigt sein, das reiche vollkommen. Aussage beim weißen Ring.

Das Telefonat mit dem Hilfetelefon war unterirdisch, als ich auflegte kam ich mir vor wie ein Bittsteller, es ging mir schlechter als vorher. Das weitere Telefonat mit dem zustĂ€ndigen fĂŒr das Gebiet hier, war auch unter aller Kanone. Als hĂ€tte ich mir das alles selbst ausgesucht und was mir einfallen wĂŒrde um Hilfe zu bitten.

Dann hatten wir auch Kontakt mit der Opferhilfe, ich sag es Euch das lief Ă€hnlich, da wurde uns gesagt wir mĂŒssten dann unsere „AnsprĂŒche“ vom Fond an sie ĂŒbertragen und sie wĂŒrden sich an den Kosten fĂŒr die Therapie in Höhe von 30,- Euro beteiligen. sorr,y, welcher Fachmann arbeitet fĂŒr 30,- Euro die Stunde? DafĂŒr bekĂ€men sie dann das Geld vom Fond und wollten dann auch noch mitbestimmen wie die Therapie zu gestalten wĂ€re usw. usf. und Doppelstunden wĂ€ren ohnehin nicht notwendig, 30,- Euro pro Sitzung und nur Einzelsitzung und wir mĂŒssten jede Sitzung quittieren lassen und uns bestĂ€tigen lassen das wir da gewesen sind usw. usf.!

Ich solle doch meine Thera fragen ob er auch fĂŒr 30 ,- Euro die Stunde arbeitet, sie wĂŒrden wissen das so eine Therapiesitzung um die 100,- Euro kosten wĂŒrde.

Bekamen dann noch eine Liste mit Kliniken in die Hand gedrĂŒckt mit der Ansage, wir könnten dann ja immer mal einen Klinikaufenthalt dazwischen schieben, dann wĂŒrden sich die Stunden auch lĂ€nger hinziehen und wir hĂ€tten mehr davon und lĂ€nger Therapie. Sie wĂ€ren ohnehin der Meinung so ein Klinikaufenthalt reicht doch auch. Ich sag da nichts weiter zu …!

Ja, ich habe denen gesagt das es sich um eine Behandlung einer DIS handele.

Ohne Worte.

Also, wie schafft man es die notwendige lÀngere Therapie zu finanzieren?


9 Kommentare zu „… Therapiefinanzierung …

  1. Das irre ist ja, dass es Unterschiede gibt, wieviele Studen die Kasse bezahlt – je nach „Art“ der Therapie.
    Verhaltenstherapie, die bei Trauma meist angewandt wird (zumindest auf dem Papier) bekommt am wenigsten Stunden. Meist so um die 100.

    Wenn Du Tiefenanalyse machst, geht das bis ĂŒber 300.
    Man könnte also den Therapeuten wechseln, z.Bsp., was aber wir hier auch nie tun wĂŒrden.

    Wir hier haben das GlĂŒck, dass wir uns durch das OEG gekĂ€mpft haben.
    Die Anerkennung als Gewaltopfer nach dem Gesetz.
    Kann man beim Versorgungsamt beantragen, dauert Jahre un ist echt hart.
    Aber wenn Du die Anerkennung bekommst, zahlen die dir deine Therapie.
    Keine Ahnung, wie lange – aber ewig.

    Krankenkassen wollen immer 2 Jahre „Pause“ zwischen deinen TherapiesĂ€tzen.
    Man kann das aber wohl auch einklagen.
    Ausnahmen gibt es immer wieder, auch wenn sie das abstreiten.
    Aber auch das ist ein harter Weg.

    Deine Erfahrungen mit all diesen „Hilfestellen“ kann ich nur bestĂ€tigen. Die sind völlig fĂŒr den Arsch. Und lassieren dafĂŒr auch noch ewig viele Spendengelder, weil sie ja „sooooo wichtige Arbeit machen“. Da könntste im Strahl kotzen, echt.
    Ich schick Euch Kraft, weiter zu kĂ€mpfen. Ist echt hart, was auch Ihr erlebt habt…..

    GefÀllt 2 Personen

    1. Wir machen hier TP und die Höchsstundenzahl der Kasse sind 100.
      Das mit dem OEG davon wissen wir, wir haben in einer Klinik mal eine Àltere Mitpatientin kennengelernt die erhÀlt eine Zusatzrente von denen, allerdings war sie betroffene in Bezug auf Unterbringung in einem Kinderheim und was da so abgellaufen ist.

      Uns wurde gesagt OEG nur wenn wir anzeigen und ein entsprechendes Urteil hĂ€tten. Tote z.b.kann man ja nicht anzeigen und es greift bei einer Anzeige bei uns auch diese nette VerjĂ€hrungsfrist, beweisen können wir das ganze ja auch nicht wirklich, wĂŒrde eh keiner glauben (und die Leugner / Verschwörungsfuzzies und co, der Thematik,tragen genau dazu bei, das einem nicht geglaubt wird) und das wir uns in Therapie befinden kommt dann noch oben drauf, ala alles eingeredet und so, man kennt ja diese Spielchen), einmal eben „eingeimpft“ dieser Gedanke, wie auch, wir glauben uns ja stellenweise selbst nicht.

      Unser Thera meinte aber mal es gÀbe unter bestimmten Bedingungen die Möglichkeit das die VerjÀhrungsfrist nicht greift. Der von der Opferhilfe sagte uns das mit dem OEG auch, hab hier auch Dinge rumliegen und so..

      Der Antrag beim Fond war ja schon eine Herausforderung, alleine den Antrag auszufĂŒllen und die Warterei.

      Man hat sich das ja nicht ausgesucht das es einem so geht wie es einem geht, das macht mich ernsthaft sehr wĂŒtend, das man an allen stellen zu kĂ€mpfen hat und man um Hilfe schon fast betteln muss, als wĂ€re man irgendwie, keine Ahnung, selbst schuld und jetzt mĂŒsse man halt eben zu sehen wie man klar kommt.

      Anzeigen steht hier ĂŒberhaupt nicht, nie auf dem Plan, wir sind ja nicht irre, wer weiß was damit ins Rollen gebracht werden wĂŒrde, das fĂŒhre ich jetzt mal nicht weiter aus. Wir sind ja irgendwie noch am Anfang, hahaha, es wurde ernsthaft gedacht naja so naja das kriegen wir schon fix auf die Reihe unser Thera machte uns dann darauf aufmerksam mit schnell schnell und so liefe das nicht und nannte uns so einen Zeitraum (Mindestzeitraum), da war hier Fassungslosigkeit, aber wir sind ja anscheinend noch relativ am Anfang und das erschreckt irgendwie, Es fĂŒhlt sich aber eher so an als wĂŒrde man es nicht auf die Reihe bekommen und wir mĂŒssten doch schon viel weiter sein, haha, nun gut.

      Wir freuen uns jedenfalls das Ihr da entsprechende Hilfen habt, klingt super (wenn natĂŒrlich der Hintergrund alles andere als super ist, nicht das es missverstanden wird), wir freuen uns von Herzen fĂŒr Euch unbekannterweise!

      Wir freuen uns von Herzen fĂŒr jeden der in Not (unabhĂ€ngig von der Thematik) ist und Hilfe erhĂ€lt! Nicht das mein Posting falsch rĂŒber gekommen ist.

      GefÀllt 1 Person

      1. Ja, das wird immer gesagt.
        Dass man fĂŒr das OEG ne Anzeige und ein Urteil braucht.
        Der weiße Ring und alle hatten deswegen auch gesagt, das sei sinnlos bei uns.

        Wir hams trotzdem gemacht.
        Alleine.
        Und wir hams GEKRIEGT.

        Ist bei uns nicht anders – wir sind 51. Und die TĂ€ter großteils tot. Keine Anzeige, keine Beweise, kein Urteil.
        Gut, wir ham Jugendamtakten und so Zeug.
        Und es gab ein GlaubwĂŒrdigkeitsgutachten; das ist auch hart.
        Aber fĂŒr uns hat sich das alles gelohnt, egal, wie viel wir geheult ham.

        Klar, es ist wichtig, dass man *ĂŒberhaupt irgendwas weiß*.
        Und die Chance dass es abgelehnt wird, scheint groß.
        Dass deswegen aber alle Hilfestellen ihre Hilfe dabei verweigern (oder einfach keine Ahnung haben) und pauschal direkt sagen, dass man es gleich lassen soll,
        find ich immer echt schlimm. Weil dazu ist das Opfergesetz doch DA, oder?
        Dass es HILFT.
        Und wenn keiner beantragt, glauben die bloß, es gĂ€be keine Opfer…. und dann Ă€ndert auch nie einer dieses Gesetz. Dass Opfer endlich Hilfe kriegen.

        GefÀllt 1 Person

      2. Uih, danke fĂŒr das erzĂ€hlen. Was bei uns an akten vorliegen könnte, keinen Schimmer, wenn ich aber bedenkde das unsere geburtsurkunde schon nicht vollstĂ€ndig ist, was wir schon immer merkwĂŒrdig fanden, im gegensatz zu den Geburtsurkunden meiner BrĂŒder und u.a auch meines Mannes und eigenen Kindes, fehlen bei unserer Angaben. So weit haben wir noch gar nicht gedacht nach JA Akten oder so zu fragen. Wieder was dazu gelernt. Keine Ahnug ob sowas existiert. Wenn sowas existiert haben sollte ist die Frage ob es die noch gĂ€be, Stichwort Aufbewahrungsfristen. Ältere Gerichtsurteile zu bestimmten Dingen mĂŒssen vorliegen, ich hab hier nur eins gegegn meinen Vater wegen etwas anderem vorliegen aber nicht komplett. Das hab ich mal irgendwann an mich genommen, warum auch immer, liegt in meiner Schublade. Wießauch gar nicht wie das in meinen Besitz kommt, es ist halt da. 1000 Dank fĂŒr diesen Ansatz.

        Nur nicht verzetteln, eins nach dem anderen. Jetzt wĂŒrde ich gerne sofort in blinden Aktionismus verfallen. Sammeln und diese Dinge sortieren, was man wo iRecherchieren kann. Unsere familienforschung, da ist auch nichts zu finden. Erstmal Therapie nichts ablenkendes nebenbei. mal gucken ob wir das hinbekommen.

        GefÀllt 1 Person

      3. Naja, Aufbewahrungsfristen…..
        Die hÀtten ja eigentlich auch Datenschutz und Vernichtungs-Pflichten.
        Bei mir sehr gut, dass sich scheinbar keiner dran hÀlt, das Zeug auch zu schreddern.
        Das Amt hat bei mir Zeug ausgegraben, das seit 40 Jahren irgendwoo verstaubt… Ich war echt krass erstaunt. War aber sehr hilfreich 🙂

        GefÀllt 1 Person

  2. Wir hatten das große GlĂŒck 12 Jahre TP im Wechsel mit Krankenhausaufenthalten und Reha ohne Pause genehmigt bekommen zu haben. Wir hatten dann aber zweiwöchentlich eine Stunde.
    Anfangs dachten wir auch, naja Klinik und 1 Jahr Therapie und dann hat sich alles erledigt. Inzwischen wissen wir, dass es ein lebenslanger Prozess ist.
    Es kommt sehr auf den Therapeuten bzw. die Therapeutin an. Arbeiten sie mit einem Gutachter fest zusammen? Und dann gibt es offensichtlich Möglichkeiten, die nicht so publik gemacht werden. Wir haben eigentlich keine Stunden mehr und bekommen weiter Termine, weil eine Langzeittherapie beantragt ist. Die Kassen genehmigen auch sehr verschieden und eventuell ist ein Kassenwechsel hilfreich.
    Erfahrungen mit Hilfestellen waren leider Ă€hnlich….
    Viel Kraft und auch GlĂŒck wĂŒnschen wir euch!

    GefÀllt 3 Personen

    1. Herzlichen Dank! Ein lebenslanger Prozess, da tut sich gerade ein Berg auf *augenaufreiß*

      Krankenkasenwechsel darĂŒber wurd auch schon nachgedacht aber nehmen die einen ĂŒberhaut mit den vorliegenden Diagnosen, das sind so Dinge die dann in den Kopf schießen, es werden Probleme gesehen die vielleicht gar nicht eintreten. Gedankenkreisen und sowas. Puh, es ist schon schwer an manchen Tagen sich ĂŒberhaupt zur Therapiestunde zu begeben.

      GefÀllt mir

      1. Lebenslanger Prozess- das muss nicht lebenslang Therapie bedeuten. Wir haben uns ein Helfernetz aufgebaut.
        Krankenkassenwechsel sollte gehen. Mein Mann hat mit Krebsdiagnose gewechselt. Da hatte ich auch unbegrĂŒndet Bedenken.
        Wichtig ist, nur ĂŒber den einen nĂ€chsten Schritt nachzudenken. Sonst erstarrt man ja und geht gar keinen Schritt mehr.
        Alles Gute!

        GefÀllt mir

      2. Stimmt da habt ihr Recht, Das zu wissen und umzusetzen, naja sind hier noch zwei paar Schuhe. Helfernetz, gibts auch nicht wirklich, dazu mĂŒsste man sich ja noch mehr anderen Menschen anvertrauen, momentan noch nicht möglich diverse Versuche gab es schon und auch Angebote aber dazu mĂŒsste man sich eben öffnen und so. Ungeduld und so kommt hinzu. Merk schon, mit der momentanen vorgehensweise ist das anscheinend kontraproduktiv.

        Deinem Mann alles alles liebe. Krebs ist ein Ar*schloch.

        GefÀllt 1 Person

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