… Hamsterrad Teil 1 …

Um ein wenig wie soll ich sagen, Vermeidung zu betreiben, darin bin ich Profi … habe ich mich auf der ein oder anderen Plattform mal ein wenig, in eigentlich ĂŒberflĂŒssige Diskussionen gestĂŒrzt.

Da fiel mir ein, wie wir doch hier jahrelang im Hamsterrad gelaufen sind. Was nur dazu gefĂŒhrt hat sich aufzureiben, an Dingen, die einem nicht gut getan haben, man aber unter UmstĂ€nden Jahre oder gar Jahrzehnte damit verbracht hat, sich selbst zu schaden, das aber in vollem Bewusstsein, das dies was man tut, nicht gut fĂŒr einen ist.

Als Mini konnte man sich ja nicht selbst befreien das war ja nicht möglich, da man von den Menschen um einen rum abhĂ€ngig war und entsprechend gefĂŒhrt worden ist, so wie diese das wollten.

Als Erwachsene hat man weitergemacht auch in anderen Bereichen, man hat schön funktioniert und auch sich selbst maskiert. Als Erwachsene hat man sich dann auch weiter fĂŒhren lassen ohne aufzumucken, weil man wusste, muckt man auf gibt es Konsequenzen.

Ich blieb ĂŒber 15 Jahre in einer Firma, auf einem Arbeitsplatz, mit Kollegen und all dem was da zu gehört, immer mit dem Gedanken, man mĂŒsse doch funktionieren, man hĂ€tte Verantwortung spĂ€ter auch fĂŒr das Außenkind. Ich habe mich beleidigen, und eben verbal misshandeln lassen und auch und unterschwellig, gut ok, vielleicht ein zu großes Wort in dem Zusammenhang von Misshandlung zu sprechen /aber ich sag es mal so, es gibt viele Arten der Misshandlung und Ausbeutung) aber ich war ja viele Jahre auch der Meinung ich hĂ€tte auch das verdient, weil ich so unfĂ€hig und scheiße wĂ€re. Ich mĂŒsse doch dankbar sein dort arbeiten zu dĂŒrfen. Das wĂ€re ja jammern auf hohem Niveau, naja und ich wĂŒrde mich ja nur scheuen meine Komfortzone zu verlassen.

Wo ich mich schon frage, was fĂŒr eine Komfortzone, wenn man schon mit Übelkeit, Kopfschmerzen und mit null Bock dort hin geht, kaum im BĂŒro angekommen schon Brechreiz wenn man die Kollegen nur gesehen hat. Könnte aber auch daran liegen, das ich frĂŒher dazu gezwungen wurde diesen Beruf zu lernen, ich das aber nie wollte.

Wenn ich nur anders gehandelt hĂ€tte, hĂ€tte ich doch da auch eine gute Zeit habe können. SelbstgewĂ€hltes Leid halt, immer mit den Gedanken, ich kann sowieso nichts, mich stellt eh kein anderer ein, ich sehe so scheiße aus, will eh keiner mit mir was zu tun haben, ich bin eh dumm wie ein StĂŒck Tost und ich bin sowieso ekelhaft, wie kann man sich nur mit mir abgeben, wie kann man nur mit mir befreundet sein, ich krieg null auf die Reihe, und wenn ich mich selbst entferne dann wird mich eh keine Sau vermissen, ob es mich nun gibt oder in China ein Sack Reis umfĂ€llt,

als Mutter bin ich die Voll Versagerin und warum der Mann noch nicht lÀngst das Weite gesucht hat ist auch unbegreiflich, was will der hier, was will der von mir, wie kann der nur jemanden wie mich lieben. Mit dem muss was nicht stimmen, was will der schlaue Mann nur von so einer unterbelichteten Kröte wie mir? Ich bin nicht nur strunzig dumm ich bin auch noch hÀsslich und fett, wie kann man sowas mögen oder gar lieben, nicht vorstellbar. Im Bett bin ich auch ne Vollkatastrophe, toter Fisch beschreibt es vielleicht noch besser. Wieso macht der das mit ohne irgendwann mal ein Arschloch zu sein und sich mit Gewalt zu nehmen was er will.

Photo by Juris Freidenfelds on Pexels.com

Dann starb irgendwann meine Mutter innerhalb weniger Tage nach der Diagnose Krebs, fĂŒr meine Familie stand fest ich sollte meine Mutter pflegen, da ich ja die Tochter wĂ€re und Töchter, die mĂŒssen das ja machen, ich sollte meinen Job aufgeben, meine Wohnung hier und mein neu aufgebautes Umfeld verlassen, das waren die Erwartungen. Von den Söhne könne man doch sowas nicht erwarten. das wĂ€ren ja die MĂ€nner und so, ich hĂ€tte ja eh niemanden und sowas also logisch das ich das mache.

So saß ich also tagelang am Sterbebett meiner Mutter und wisst Ihr was ich getan habe? Ich habe sie angelogen auf dem Sterbebett. Sie könne in Ruhe gehen und sie wĂ€re die beste Mutter aller Zeiten gewesen. Ich habe gelogen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, nein ich war der festen Überzeugung das dies so der Wahrheit entsprĂ€che.

Am Tag der Beerdigung rief mein Vater an um mir mitzuteilen wie toll er das fÀnde das sie endlich tot wÀre. Ohne Worte.

Schon vor der Beerdigung kamen sie aus allen Ecken um zu gucken was sie alles mitnehmen können, worauf die buckelige Verwandtschaft ein Anrecht hĂ€tte. Die SchrĂ€nke wurden durchwĂŒhlt und jeder nahm sich das was er wollte. Selbst auf der Feier nach der Beerdigung stritten sie noch um die ĂŒbriggebliebenen Lebensmitteln. Einfach ekelhaft, aber bei weitem nicht so ekelhaft was ich zu Kinderzeiten erlebt habe.

Nach einem Monat nahm ich mein altes Leben wieder auf, der Absturz folgte drei Monate spÀter und endete in einem mal wieder nicht erfolgreichen Suizidversuch.

Kurze Zeit spĂ€ter traten dann körperliche Dinge auf, ich konnte mehrere Monate meinen Hals nicht bewegen, von jetzt auf gleich, ich rannte von Arzt zu Arzt irgendwie konnte mir keiner helfen oder wollte nicht. An den schlimmsten Tagen warf ich mir bis zu 6 verschiedene Schmerztabletten ein, die nicht wirkten außer das ich mir vorkam wie ein fliegendes Einhorn was bunte Farben sieht. Wahllos alles was ich kriegen konnte, an manchen Tagen noch mit Alkohol dazu.

dann traf ich auf eine relativ alte Physiotherapeutin die mir dann half. Zwischenzeitlich wurde bereits ein weiterer Suizidversuch geplant. Tabletten hatte ich ja genug.

Als ich dann irgendwann wieder im Funktionsmodus war, lief mir mein Mann ĂŒber den Weg.

Der wusste von nichts, unbedarft und voll im Leben stehend. Positive Einstellung, sogar bei ausweglosen Situationen, auf den ersten Blick komplett anders als wir hier.

Ich merke gerade puh soviel Text und anscheinend bin ich ein wenig vom eigentlich geplanten Thema ab gekommen.

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