… ĂŒberschlagende Gedanken …


 es lĂ€ĂŸt mich nicht los gedanklich. Checklisten wonach beurteilt und diagnostiziert wird, sind sicher eine gute Sache, wenn sie denn richtig und im Zusammenhang angewendet werden und nicht bloß in der Theorie abgearbeitet werden, sondern wenn man auch ganz genau den Menschen, der dahinter steht in einer Art beobachtet.

Klare Richtlinien, klar, das muß irgendwie auch sein, um einen Anhaltspunkt zu haben.

Aufdeckende Therapiearbeit, also das richtige rumwĂŒhlen und quasi nach Dingen suchen, ich denke auch das ist so meine rein subjektive Meinung eine fragwĂŒrdige Vorgehensweise. Aber das sage ich als Laie und Betroffene wobei man ja auch sagt das die Betroffenen (egal mit welcher Diagnose oder Erkrankung) die Experten auf ihrem Gebiet sein könnten oder auch sollten, und bilde mir eine subjektive Meinung ĂŒber diese Dinge, kann davon aber nichts mit Fakten oder Theorien belegen, klar, ich kann diese Dinge vielleicht nachlesen die irgendwo geschrieben stehen, allerdings kann ich mir dann durch das gelesene auch meine eigenen Gedanken machen und solle man das nicht auch? Sollte man blind vertrauen darauf was jemand, den man nicht kennt geschrieben hat?

Als wĂ€re genau das, was man da gelesen hat eine feststehende Tatsache? Schwierig, finde ich, sollte man das fĂŒr sich nicht auch nochmal selbst reflektieren, was macht das mit einem wie fĂŒhlt sich das an und springt da was an im „Kopf“? Wenn ich lese und lese und lese, macht es mich dann durch das gelesene zum Experten? Aus eigener Betroffenheit weiß ich eine Menge ĂŒber Autismus und Hochbegabung und solche Dinge. Aber ich wĂŒrde mich niemals als Experte bezeichnen, dazu glaub ich steckt viel zu viel eigene Betroffenheit mit rein, daß einem vielleicht manchmal auch der professionelle Abstand fehlt zu den Dingen. FamiliĂ€r bedingt, nicht weil ich es selbst bin, wenn auch andere Menschen das durchaus fĂŒr möglich halten, aber da ist nichts diagnostiziert, da wir uns in diesem sogenannten Spektrum nicht sehen, also Autismus und Hochbegabung uns reicht die Diagnose der DIS, und da wir uns bei dem anderen nicht sehen erĂŒbrigt sich auch schon vom logischen her eine diesbezĂŒgliche Diagnostik und Testung). Wobei ich auch z.b. irgendwo gelesen habe, daß Menschen mit einem höheren IQ eher zu Dissoziationen neigen.

Wobei das dann auch nicht so klar ist, wenn Kinder sich z.b. nur bis zu einem gewissen Alter spalten, in einem Alter wo man noch gar keinen validierten Test im Bezug zu einer möglichen Hochbegabung auf dem Markt sind und die Feststellung einer HB nun auch nicht von allen Menschen beherrscht wird, zumindest sagen dies wieder seriöse Fachleute auf dem Gebiet. Selbst auf diesem Gebiet gibt es selbsternannte Fachleute, welche mit veralteten Testunterlagen hantieren, die schon lĂ€ngst nicht mehr anerkannt werden. Weil das je jĂŒnger das Kind ist, eben um so mehr auch auf wackeligen Beinen steht, oft sind es auch nur einfache EntwicklungsvorsprĂŒnge, welche sich dann mit zunehmendem Alter „verwachsen“ bzw. wieder ausgleichen. Womit man wieder beim eigenen Tempo wĂ€re. Keine Ahnung, ob man durch mein Geschreibsel ĂŒberhaupt durchsteigt.

besteht nicht auch die Gefahr das man sich dann vielleicht in etwas verrennt? Wie sicher ist das ganze eigentlich? Hier ist das so, das Dinge sich logisch erklĂ€ren lassen mĂŒssen, also wenn sich mir die Dinge logisch nicht erklĂ€ren lassen oder mir zu schwammig sind dann kommt das große grĂŒbeln ĂŒber Dinge.

Gut, bei uns wird nicht gezielt nach Dingen gesucht und auch nicht gefragt, es wird das thematisiert was gerade von allein ohne Fragerei nach oben schwemmt, das kann von Stunde zu Stunde schon unterschiedlich sein, das finde ich z.b. auch nervig, da mir so der rote Faden fehlt. Dann tauchen immer verschiedene Dinge auf, die unter UmstÀnden auch so rein gar nichts mit der Thematik der letzten Stunde zu tun hatte.

Im Kopf sind viele Dinge, die unbedingt besprochen werden wollen, aber schlußendlich kommt in der Sitzung selbst dann doch auch was ganz anderes raus, das kann dann schon mal springen. Klar, irgendwie gehört das alles zusammen aber den Faden muß man erstmal finden, das passiert dann hier im Kopf oft wĂ€hrend den Sitzungen, manchmal passiert auch so gut wie gar nichts dazwischen das ist dann wie nicht geschehen und unwirklich und gehört nicht zu mir oder zu uns, oder was auch immer.

Es werden keine Checklisten abgearbeitet, ok, klar, bevor die Diagnose stand, wurden auch etliche Bögen ausgefĂŒllt und darĂŒber gesprochen aber die Fragen auf den Bögen haben sich mir z.b. auch nicht immer logisch erschlossen, es konnte da nicht sofort eine Antwort gegeben werden, es mußte darĂŒber erstmal nachgedacht werden wie was gemeint sein könnte und oder daß man die Fragen gar nicht so einfach beantworten kann ohne daß sich weitere Fragen auftaten, welche auf den Bögen gar nicht standen. Bei der Frage nach dem „hören Sie Stimmen“ naja was soll man da antworten, wenn man das ganze gar nicht als Stimmen interpretiert, sondern als SelbstgesprĂ€che, die man fĂŒhrt, dann kreuzt man natĂŒrlich an man wĂŒrde keine Stimmen hören, weil man das gar nicht als so etwas interpretiert.

Oder sehen sie Dinge die nicht da sind, naja, wenn man als Beispiel Dinge sieht, dann geht man doch erstmal davon aus, daß man sie sieht und daß sie dann eben auch da sind, ansonsten wĂŒrde man sie doch nicht sehen. Nein wir sehen keine Dinge in dieser Art, höchstens bei Pseudohallus aber da wissen wir das dies gerade nicht real ist.

Oder die Frage nach Selbstverletzungen, das wird ja in der Hauptsache mit schneiden verbunden. Wenn man sich, aber nicht schneidet, sondern sich „nur“ die FingernĂ€gel bis aufs Blut abkaut, natĂŒrlich antworte ich dann, ich wĂŒrde mich nichts selbst verletzen. Weil mir gar nicht klar ist das es verschiedene Arten gibt, nicht nur das Schneiden. Andere Arten sind vielleicht einfach auch schon viel zu automatisiert, ohne darĂŒber nachzudenken. So meine subjektive Meinung. Die ich keinesfalls als allumfassende Wahrheit oder Fakt bezeichnen wĂŒrde. Eine Meinung ist eine Meinung und nicht automatisch eine Tatsache oder eine geprĂŒfte Theorie. Sondern nur eine Meinung, nicht mehr und nicht weniger.

Je mehr ich lese und feststelle wie unterschiedlich auch die Wahrnehmungen sind um so komplizierter wird das ganze irgendwie. Es kann verunsichern je nachdem wie man liest, es gibt ja dieses vier Ohren Prinzip.

NatĂŒrlich glauben die meisten erstmal das, das, was er oder sie glaubt wĂ€re das absolut Richtige. Reflektion finde ich aber sehr wichtig in allen Bereichen, ob es nun um irgendwelche Diagnosen geht oder um Fragen zum tĂ€glichen normalen Leben-umfeld und so.

Ich höre und lese auch gerne andere Meinungen und sowas und gehe dann spĂ€ter mal in mich und ĂŒberlege, ob ich fĂŒr mich da etwas Passendes rausziehen kann. Was hat man zu verlieren? Nichts, außer vielleicht einen Fehler, das habe ich neulich irgendwo gelesen (hahaha, da haben wir es ja schon). Einen Fehler zu verlieren ist nun nicht tragisch. Ich denke zwischen Himmel und Erde gibt es so viele Dinge, die uns unerklĂ€rlich sind. Was wir gerne verstehen und begreifen möchten, bei manchen Dingen geht das einfach nicht, da lohnt es sich vielleicht nicht aber bei anderen Dingen doch schon, wie ich finde.

Mein Mann versteht mich z.b. doch auch echt des öfteren einfach mal falsch, aber dann habe ich mich vielleicht einfach nicht klar genug ausgedrĂŒckt oder er hat nicht richtig zugehört. Das fĂŒhrt dann auch mal zu angepubse und so passiert ist einfach menschlich und normal.

Allerdings weiß ich, wissen wir, wir sind mehr als unsere Diagnose! Wir haben eine Diagnose, aber wir sind nicht nur unsere Diagnose und vielleicht tut das ĂŒberhaupt nicht gut, sich alles durchzulesen, anzuschauen usw. usf. vielleicht bremst und hemmt das auch in der Weiterentwicklung, also sowas wie Risiko Nutzen AbwĂ€gung. Vielleicht sehen wir das in 5 Jahren auch anders, aber irgendwie kann das Ganze zu Unsicherheit fĂŒhren, vor allem bei Menschen, die ihre Diagnose noch nicht zu lange haben und die erstmal unbedarft damit umgegangen sind.

Wir wiederholen uns wahrscheinlich zum xten Mal, aber das sind so die Gedankenkreisel. Im Grunde lenkt man sich so damit ab sich mit dem zu beschĂ€ftigen was wirklich so los ist in einem. Oder aber es bringt gewisse Dinge, Art und Weise des denken und vielleicht auch fĂŒhlen ans Licht, vielleicht gehört das einfach auch dazu? Keinen Schimmer,

Logisch lassen sich uns hier jedenfalls so einige Dinge nicht erklĂ€ren, auf der einen Seite erscheinen Dinge ganz logisch auf der anderen Seite beim nĂ€chsten gelesenen Blatt paßt das erste wieder nicht zu dem was auf dem zweiten Blatt steht, logisch widerspricht sich das dann wieder, das macht es ja so kompliziert. Wie denkt man denn am besten mit Abstand und ohne irgendeine Art von EmotionalitĂ€t oder nur rein logisch betrachtet? Ich weiß es nicht und ich befĂŒrchte gewisse Dinge im Leben werde ich mir nie logisch erschließen können. Ich schreibe ja auch manchmal nicht logisch ,-)!

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