… RĂŒckblick …

Gerade fallen mir so Dinge ein. Die Zeit sie lÀuft davon, zerrinnt zwischen den Fingern, war es nicht erst gestern als ich meinen Mini in den Armen hielt, war es nicht erst gestern als ich fassungslos den Test in der Hand hielt, wie ICH bin schwanger? Schwanger? Puh, was ist jetzt zu tun, ne, das kann nicht sein, also mehrere Test gemacht, Schockschwere, die Apothekerin sagt, naja ich brÀuchte keine 10 Tests zu machen ich hÀtte ja schon drei positive, was ich den noch wolle.

Öh, naja hĂ€tte ja sein können, das sich beim 15ten was Ă€ndert oder so, lach.

Naja, jetzt sitzt mein Kind in seinem Zimmer an seinem PC und zockt und ist fast einen Kopf grĂ¶ĂŸer als sein Vater, sein Vater allerdings behauptet immer das wĂ€re nicht so, doch ist so, das Pubertier ist mittlerweile grĂ¶ĂŸer als er.

FĂŒr micht ist er aber immer noch mein kleiner, hat er nicht erst gestern noch Windeln getragen, hat er nicht erst gestern nicht noch seinen Trolley hinter sich her gezogen auf dem Weg zu seinem ersten Kindergarten Tag? War es nicht erst gestern als wir uns die NĂ€chte um die Ohren geschlagen haben und nachts mit dem Kind im Kinderwagen durch die Gegend liefen weil das Kind nicht schlafen wollte? Oder war es nicht erst getern als ich viele, viele NĂ€chte nachts mit der Hand auf seiner Brust eingeschlafen bin, weil ich dachte so könnte ich ĂŒberwachen das er noch atmet.

War es nicht erst gestern als ich darauf bestand eine Überwachungsmatte anzuschaffen weil ich Angst hatte das Kind könne nachts am plötzlichen Kindstot versterben? Eine Überwachungsmatte mit Sensoren und Warnsignal welches anspringt sobald das Kind aufhört zu atmen, gott wie oft habe ich Nachts kontrolliert ob das KInd noch atmet.

Heute mache ich das auch noch und soll ich Euch was lustiges erzĂ€hlen, ich habe angefangen das auch bei meinem Mann zu machen, nachts zu gucken ob er noch atmet. Vor ein paar Tagen habe ich zu ihm gesagt, er solle beim ĂŒberqueren der Straße bitte aufpassen, mein Mann ist ein erwachsener Mann, wie komm ich dazu ihn darauf hinzuweisen.

Bevor ich Mann und Kind hatte, habe ich sogar meine Katzen ins Bett gehaben, damit sie sich nicht verlezten wennsie aufs Bett springen, also sie noch Kitten waren, ist das nicht durchgeknallt? Oder ich habe ihnen gleichzeitig verschiedene Futterangebote gemacht und es musste das teuerste sein, stĂ€ndig im Kopf ihnen könnte was passieren. So ist das heute nochmal ein StĂŒck extremer mit dem Mann und meinem Kind. Immer auf der Hut das ja nichts passiert, jede Verletzung am Kind sehe ich sofort, als wĂ€re da so ein Radar, nu ist er ja schon ein Pubertier aber ich decke ihn Nachts trotzdem noch zu wenn er schlĂ€ft und gucke ob es ihm gut geht. Ich kann da einfach nicht aus meiner Haut.

Ich schleppe zig Decken an, er könne ja frieren, der KĂŒhlschrank ist ĂŒbervoll, er könne ja verhungern, sein Kinderzimmer sah aus wie ein Spielzeugladen, es könne ihm ja irgendwas fehlen. Der Kleiderschrank quillte ĂŒber, er könne ja nicht genug zum anziehen haben. Viel geknuddel und so und immer vorher fragen ob er geknuddelt werden möchte, wenn er sagte nein, dann wurde er auch nicht geknuddelt. Dann war das absolut ok. Nur dann wenn er das wollte, und manchmal kam er selbst und fragte „Knuddeln?“ Ja, das war doch erst gestern?

Hahaha, heute mĂŒsste man an der Ecke auf ihn warten, damit niemand sieht wenn seine Mama kommt und ihn abholt oder so, ist ja uncool, so ist das in der PubertĂ€t. Er sagte mal ich wĂŒrde ihm zu oft sagen das ich ihn lieb habe, er wisse das. Ich hoffe es.

Beim ausmisten sind wir so ein paar Sachen in die HĂ€nde gefallen, die ersten richtigen Schuhe, Strampler in Miniformat. Ich habe hier zwei Kisten mit Dingen von ihm als er Mini war und sein Lieblingsteddy sitzt im Schlafzimmer bei mir auf dem Schrank und seine zerfledderte Schmusedecke die so alt ist wie er, liegt auf seinem Bett, auch diese werde ich aufbewahren. Der Mann meint die könnten wir entsorgen, die wĂ€re schon so zerfleddert, nein die wird aufgehoben, ich haffe unsere Sohn wird das mal zu wĂŒrdigen wissen, wenn ich ihm diese Dinge aushĂ€ndige. Oder die vielen Fotoalben die wir von ihm haben. FotobĂŒcher und so, alles fĂŒr ihn fĂŒr spĂ€ter wenn er sein eigenes Leben lebt in Selbstverantwortung, das sind sicher spĂ€ter mal tolle ErinnerungsstĂŒcke, ich hoffe er sieht das auch so.

Ich selber habe da nichts, null, nur eine Handvoll Fotos, Fotos auf denen ich zwar bin aber zu denen ich NULL Bezug haben, nichts, wo ich nicht versehe das ICH das sein soll. Naja, es ist so wie es ist. Es ist verrĂŒckt ich kann mich an die witzigesten und tollsten Dinge erinnern welche ich mit meinem Mann und unserem Sohn erlebt habe, auch an Situationen die nicht so schön ware, aber da sind ganz viele, sehr viele, klare Erinnerung vorhanden.

An Geburtstage, Weihnachten, Ostern, AusflĂŒge und all das, aber bei mir aus meiner Kindheit da ist diesbezĂŒglich fast nur ein großes schwarzes Loch, nichts da. Das zieht sich auch so durch die PubertĂ€t, Durch das danach, den Auszug in einer quasi spontanten Hau Ruck Aktion von heut auf morgen oder weben in einer Nacht und Nebel Aktion. Es gibt wenige Erinnerungen was mich betrifft die vorhanden sind, also an positiven.

Wie sagte Mster X mal, vielleicht hĂ€tte ich ja nie Geburtstag oder Weihnachten gefeiert und so. Aber ich habe auch keinen Bezug zu meinem Geburtstag, der auf dem Papier steht, null, es ist auch irgendwie nicht wichtig diesen zu feiern, das lĂ€uft dann so automatisiert ab und es tut mir schon fast immer leid, wenn sich andere Menschen so viel MĂŒhe geben den Tag toll werden zu lassen, ich kann es nicht zeigen, ich kann dann auch irgendwie nicht zeigen das mich das dann doch freut oder ĂŒber Geschenke die ich so bekomme, das fĂ€llt so schwer, das ist dann eher so tot irgendwie im innen, erscheint nicht wichtig, ĂŒberflĂŒssig, ĂŒberflĂŒssig meinen Geburtstag zu feiern. Auch dieser Name, welcher im Ausweis steht ist fremd, nicht zugehörig, der steht da zwar und ist wohl mein Name aber dann doch auch wieder nicht, versteht das einer? Auch dazu habe ich keinerlei Bezug. Mittlerweile, ja klar, ist logisch warum und wieso das so ist, aber das Wissen darĂŒber Ă€ndert irgendwie nichts in dem wie es auslöst und so. Stellenweise macht es das ganze sogar nur noch schlimmer, so als hĂ€tte man mich um so vieles beraubt und diese Erkenntnis ist so verdammt schmerzhaft.

Wer weiß wie alles gelaufen wĂ€re, hĂ€tte ich ohne meine Vergangenheit ĂŒberhaupt so ein tolles Kind und so einen Mann der ein super Vater ist und so, gefunden? Wo könnte ich stehen im Leben, was wĂŒrde ich machen, wie wĂ€re mein Leben verlaufen ohne meine Vergangenheit und hĂ€tte es mich dann ĂŒberhaupt gegeben?

Und wieso musste das mir das alles vor die FĂŒĂŸen fallen, warum hat der Funktions und Fassadenmodus irgendwann aufgehört zu funktionieren, was ist der Sinn und der Zweck dahinter? Wo soll das hinfĂŒhren und was bringt das alles noch? Ist mein Leben nicht schon gelaufen gewesen bevor es ĂŒberhaupt hat richtig beginnen können und ist das fair?

Oder bin ich einfach nur ein von Grund auf schlechter Mensch, das ich es nicht anders verdient habe? Vielleicht bin ich auch einfach an dem ganzen Mist selber schuld, vielleicht habe ich das auch einfach so gewollt, vielleicht fand ich das ja geil oder ich bin einfach nur wertlos und mit Dingen die nichts wert sind darf man halt so umgehen, wie man umgegagen ist mit dem darf man machen was man will. Und jetzt jammere ich rum. Keine Ahnung, das Gedankenkarussell kreist und kreist und kreist, ich bin sicher selber schuld. Ansonsten hÀtte ich das doch nicht mitgemacht. Vielleicht habe ich auch einfach nichts anderes verdient als das alles. Dann sollte ich aber eben auch anfangen aufhören herum zu jammern und solche Dinge.

Jedenfalls weiß ich nicht wer ich bin. Aber ich weiß, haha, es sind sicher einige Tippfehler im Text und ein paar Satzzeichen werden auch fehlen. Hahahahahaha, egal ich veröffentliche es trotzdem, will ja keinen Schönheits und oder Perfektionismuspreis gewinnen, also ich nicht, andere vielleicht schon, mir egal!

Ein Kommentar zu „… RĂŒckblick …

  1. Das ist hier auch sehr bekannt. Keine Erinnerungen an die eigene Kindheit, die eigenen Kinder und hier auch schon Enkel werden viel zu schnell groß. Und die stĂ€ndige Sorge um alle.
    Loslassen lernen ist ziemlich schwierig.
    Hast du schon mal an eine Änderung des Vornamens gedacht? Das hat uns wirklich gut getan, den alten mit Trauma verbundenen Namen los zu werden. Mit einem Ă€rztlichen Gutachten ging das ziemlich schnell. Die Umwelt musste etwas umdenken, aber wer von unserer Kindheit wusste, hat das verstanden. Selbst der Partner hat sich da schnell dran gewöhnt. Zum alten Vornamen haben wir immer noch ein gestörtes VerhĂ€ltnis.

    GefÀllt 1 Person

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