… Schuld am GefĂŒhlszustand des Therapeuten …

Es gab das Thema Schuld in der Sitzung, aber nicht bezogen auf das erlebte. Schuld die ein Therapeut in einer Klinik uns einreden wollte, ob ihm das nun bewusst war oder nicht, keine Ahnung.

Der Bezugstherapeut warf mir vor ich wĂ€re durch mein Verhalten Schuld daran das es ihm (also dem Therapeuten) jetzt schlecht ginge, das er sich schlecht fĂŒhlen wĂŒrde, abgewertet usw. usf.!

Bis dahin war hier gar nicht klar, das sich das festgesetzt hat, das man dafĂŒr verantwortlich wĂ€re, wie es dem Therapeuten geht und das man aus diesem Grund Dinge nicht aussprechen und erzĂ€hlen kann (noch oben drauf zum bereits vorhandenen eigenen inneren Sprechverbot) weil dem Therapeuten könne es dann ja schlecht gehen und man wĂ€re dann daran Schuld.

Das konnte mit Mister X aufgelöst werden, er erklĂ€rte uns das wĂ€re eine GegenĂŒbertragung gewesen und der damalige Kliniktherapeut hĂ€tte diese GegenĂŒbertragung an uns „ausgelassen“. Unser Verhalten hĂ€tte ihn ihm eben etwas ausgelöst was dieser nicht bearbeitet hĂ€tte und somit hĂ€tte er das auf uns abgeladen. Das wĂ€re nicht richtig aber VT Therapeuten wĂŒrden selten mit GegenĂŒbertragungen arbeiten und somit nicht erkennen können was da gerade geschieht.

Es wĂ€re nicht meine Schuld und ich solle mir das nicht einreden lassen, dies hĂ€tte nichts mit mit zu tun. Dieser Kliniktherapeut zitierte uns zu sich und erzĂ€hlte uns so wie wir uns verhalten wĂŒrden, das wĂŒrde nicht gehen, ER wĂŒrde sich jetzt nicht gut fĂŒhlen und ich wĂ€re daran Schuld, was das denn solle und ich solle ihm jetzt sofort sagen warum ich das gemacht hĂ€tte. Er wĂŒrde sich persönlich angegriffen fĂŒhlen und so wĂŒrde das ja nicht gehen. Was mir einfallen wĂŒrde, mich so zu verhalten. Da war es gar nicht möglich ihm zu erzĂ€hlen das er massive ANGST in uns ausgelöst hat. Das machte das ganze nicht besser, da er bohrte und bohrte das er jetzt wissen wolle warum und wieso aber im Ton auch nicht wirklich irgendwie empathisch im Gegenteil, sie reden JETZT SOFORT!

Der Auslöser war das ich nicht in unmittelbarer NÀhe bei ihm sitzen wollte in einer Stunde, ich wollte Abstand und habe mich dann weit weg von ihm gesetzt. Dies fasste er als Missachtung seiner Person auf.

Mister X erklĂ€rte, nur das es doch sehr gut von mir gewesen wĂ€re das einzufordern und das hĂ€tte der Kliniktherapeut eher als positiv auffassen mĂŒssen und wĂŒrdigen das es gelungen ist die nicht gewollte NĂ€he auch nicht zu geben.

Mir war gar nicht klar das dies immer noch in uns arbeitet, ala wir haben uns falsch verhalten, wir hĂ€tten machen mĂŒssen was der Therapeut wollte obwohl es uns dabei die Kehle zu schnĂŒrrte und Angst auslöste.

Da gab es noch mehr Situationen welche uns ĂŒbergestĂŒlpt worden sind, wie z.b. eine massive Konfrontation mit einem Trigger von 0 auf 180 quasi als wir dann wirklich schreiend und weinend wegliefen, wurden wir auch angeraunzt so wĂŒrde das hier ja nicht laufen und auch wieder das, was uns einfallen wĂŒrde. Ich glaube das wurde bereits in einem frĂŒherem Eintrag mal kurz angerissen, wenn ich mich nicht tĂ€usche.

Mister X meinte nur spĂ€testens da hĂ€tte die Klinik genauer hinschauen mĂŒssen was los ist und eine weitere Diagnostik starten mĂŒssen. Das wĂ€re ein absolut falscher Ansatz. Da hab ich Stunden gebraucht um mich davon zu erholen um mich dann im Anschluss auch nochmal anmachen lassen zu mĂŒssen, mein Verhalten wĂ€re ĂŒberhaupt nicht ok! Ich wĂ€re selber schuld.

Mister X sagt, der Patient ist nicht fĂŒr das Wohlbefinden des Therapeuten zustĂ€ndig, der Therapeut wĂ€re dafĂŒr zustĂ€ndig bei einer GegenĂŒbertragung das zu merken und eben nicht auszuagieren. Das wĂ€re schließlich sein Job und der Therapeut selbst mĂŒsse fĂŒr sich Dinge schaffen als Ausgleich damit solche Situationen gar nicht erst entstehen.

Wenn es am Patienten ausagiert wird, also diese GegenĂŒbertragungen, dann wĂ€re das ein Zeichen dafĂŒr das der Therapeut keinen guten Job macht.

Ja, klingt schlĂŒssig irgendwie.

Das ist schon lustig irgendwie, bisher dachte ich immer dieser Klinikaufenthalt wĂ€re super gewesen. So kann sich nach Jahren doch noch was Ă€ndern. Da ich danach in der Klinik immer genau das gemacht hatte was man wollte, selbst dann, wenn es im inneren grumpelt und gekracht hat und es sich schlecht anfĂŒhlte Um den Therapeuten zu frieden zu stellen um dem ja kein schlechtes GefĂŒhl zu machen usw. usf.! Schon krass, rĂŒckblickend betrachtet, es hĂ€ngt doch noch nach. Klar, das war keine Trauma Klinik, wobei auch diese oft gar keine Ahnung von komplextraumatisierten haben. So unsere ganz persönliche subjektive Erfahrung. Selbst in der Trauma Klinik wo wir waren wurde mit VT und DBT gearbeitet mit Borderline ArbeitsblĂ€ttern. Da durfte man nicht wegdriften, es wurde so zusagen verboten und man solle es wegskillen. Fiel man in Erstarrung wurde das einfach so gelassen, sich nicht weiter drum gekĂŒmmert, es ist so verdammt schwer einen passenden Therapeuten oder auch eine Klinik zu finden, die sich wirklich auskennen.

Die Trauma Klinik in der ich war wird ja sogar von der Opferhilfe und auch vom weißen Ring empfohlen. Überall steht die mit drauf das die sich mit der DIS auskennen wĂŒrden. Schlussendlich sind die dortigen Therapeuten allerdings alle komplett ĂŒberfordert mit einem DIS Patienten. Man soll da nicht hingucken man solle das aktuelle besprechen und alles andere weiterhin wegdrĂŒcken, so wurde es mir geraten. Da wurde Monatelang bis zum erbrechen Achtsamkeit geĂŒbt, Imaginationen, Fantasiereisen, PMR, Entspannungstechniken gearbeitet. Komischerweise hat dies bei uns hier immer nur bedingt funktioniert, hat man was dazu gesagt dann hat man es nicht richtig gemacht, sich nicht MĂŒhe genug gegeben, was hab ich mir da immer fĂŒr einen Stress gemacht, ala ich wĂ€r zu doof, noch nichtmal das könne ich. Auch dort habe ich zum Schluss genau das erzĂ€hlt was die Therapeuten hören wollten, wie toll das doch alles wĂ€re und wie super das doch alles funktionieren wĂŒrde. Vertane wertvolle Therapieziet in meinen Augen. In Gruppensitzungen wurde uns z.b. auch schon mal der Mund verboten, wir sollten unsere Klappe halten und als sich dann in einer Einzelsitzung ein Innie mal gezeigt hat wurden wir prompt ohne Vorwarnung wenige Tage spĂ€ter entlassen.

Habt Ihr solche Erfahrungen auch gemacht? HĂ€ngt Euch das noch nach? Mir war nicht bewusst das dies anscheinend doch auch noch Einfluss auf die jetzige passende Therapie hat. Schade, denn auch das frisst die so wichtige Therapiezeit und wie wir ja alle wissen sind die Stunden nicht unbegrenzt.

Wenn jetzt mal reflektiert wird, kommen wir die fĂŒr die Therapie sind zum Schluss, wie so oft, das wir genau jetzt nach 5/6 Jahren bei einer Behandlung gelandet sind die anscheinend fĂŒr uns passend ist. Wobei ich muss ehrlich sein, mir fehlt da auch etwas die Geduld, das mĂŒsste doch schneller gehen, aber geht es nicht, je mehr sich zeigen umso lĂ€nger scheint das zu Dauern. Klar mir ist auch bewusst das knapp 2 Jahre sicher keine lange Zeit ist zumal ja immer mal wieder auch blockiert wird und all das.

2 Kommentare zu „… Schuld am GefĂŒhlszustand des Therapeuten …

  1. Wir könnten ein ziemlich dickes Buch mit eben solchen Therapieerfahrungen schreiben. Ganz ehrlich. Und ja, auch wenn wir intellektuell wissen, dass es einfach scheiße gelaufen ist, hĂ€ngt das immer mal wieder nach….

    GefÀllt mir

    1. Haha, fĂŒr ein Buch reicht es wem auch immer sei Dank noch nicht, waren ja „nur“ 3. und 2 davon wegen Depressionen.

      Wie so oft im Leben, das theoretische Wissen um die Dinge sagt ja erstmal nicht darĂŒber wie es dann tatsĂ€chlich in der „Praxis“ fĂŒr einen aussieht.

      Aber vielleicht ist das auch ein Ansatz das zu bĂŒndeln fĂŒr andere damit sie gar nicht in so etwas geraten und wenn doch frĂŒhzeitig die Reißleine ziehen, hier wurde es durchgezogen auch nicht hilfreich.

      GefÀllt mir

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