… Geschichten aus Klinkaufenthalten …

Die Sonne lacht, wir schwitzen, erwĂ€hnte ich es schon mal ich hasse es zu schwitzen, das ist so ekelhaft, echt. Hier wurden sich mal Antidepressiva eingeworfen in der Höchstdosis, mit Nebenwirkungen. Schwitzen, das war so schlimm, ich mußte mich gar nicht bewegen und mir lief der Schweiß im Gesicht runter, ekelhaft sag ich Euch.

Zu der Zeit waren wir in einer Trauma Tagesklinik, hahaha, Intervalltherapie war das, voll fĂŒrn Arsch. Keinen Schimmer, ob das schon mal hier ein Thema war.

Eine „Pflegerin“! dort prĂŒgelte sich mit einem Mitpatienten, ok, diese Mitpatientin war schon etwas speziell. Die ging mit dem Stuhl auf die Pflegerin los und die Pflegerin ist da auch ausgeflippt, man hörte es vor der TĂŒr nur rumpeln und Geschreie. Im Anschluß kam diese Pflegerin dann wieder in den Gruppenraum und meinte nur lapidar auf Nachfragen der Gruppe was los gewesen wĂ€re, das ginge uns nichts an und sie wollte dann die Gruppensitzung weitermachen als wĂ€re nichts gewesen. Kann man machen mit einer Gruppe von traumatisierten Patienten, muß man aber nicht.

Nun bin ich abgeschweift von dem was ich sagen wollte. Naja, jedenfalls sprach ich das da an mit den Medis und dem ekelhaften Schwitzen, bekam nur zur Antwort, das mĂŒsse ich aushalten, das wĂ€re eben so. Ja, muß man das? Der Oberspychotherapeut meinte das zu mir in der Visite. Den hatte ich auch gefressen ….! Dann mußte ich zur Ärztin, keine Ahnung warum, irgendwas war und bei der sprach ich das auch an, ich sagte ihr ich schwitze so schlimm und außerdem hĂ€tte ich den Eindruck die Medis wĂŒrden eh nichts bringen. Sie meinte naja dann könnte ich sie auch weglassen. Hahaha, da hatte ich diese schon bereits abgesetzt von der Höchstdosis auf 0 von einem Tag zum anderen und siehe da, es machte keinen Unterschied, ob ich das Zeug mir nun einwarf oder nicht.

Ich habe denen das aber nicht gesagt, weil ich genau wußte, was der Oberpsycho dazu sagen wird. Meine Frage, ob ich die nicht auch weglassen könnte, naja, ich stellte sie trotzdem, und dann gings erst so richtig los … bla bla bla ich mĂŒsse die aber noch mindestens ein Jahr zur Vorbeugung nehmen, wenn ich das nicht machen wĂŒrde, wĂŒrde ich sofort wieder in die Depression fallen und bla. Ich dachte mir nur so, ja, ne, ist klar, ich nehme die jetzt schon lĂ€nger nicht mehr und ihr merkt keinen Unterschied in meinem Verhalten und auftreten, klar, die Medis sind ja soooo hilfreich. Mir ist klar, das sollte man nicht einfach machen, aber bei mir hat es funktioniert. Ich habe dann immer brav meine Pillenration abgeholt am Abholtag, mir die in die Tasche gesteckt und das wars.

Allerdings kam ich dann selbst ins Schwitzen als die eines Tages dann meinten, sie wĂŒrde jetzt mal den Medikamentenspiegel im Blut messen, öh, ja, doof ,-)! Da haben sie dann festgestellt das da im Blut nix mehr war natĂŒrlich gab es dann gleich ein GesprĂ€ch und bla, naja ich meinte nur ich wĂŒrde die doch unterschiedlich nehmen eine morgens und eine abends und so, der Oberpsycho ein wenig irritiert meinte dann nur ah, dann wird das wohl daran liegen oder die im Labor hĂ€tten was falsch gemacht, hahahaha. Ok, Mister X sagte mir nur, ich solle die mal nicht fĂŒr blöd halten, die hĂ€tten das mit Sicherheit mitbekommen, die hĂ€tten wohl nur keine Lust gehabt sich mit mir auseinanderzusetzen, also sowas in der Art.

Er meint ja, naja fĂŒr die DIS an sich gibt es keine Medis, nur fĂŒr irgendwelche Begleiterscheinungen, die auftreten können, aber fĂŒr die DIS selber nein.

Wir haben ja in unserem Leben schon so einiges mitgemacht und so, aber das was da manchmal abging war der BrĂŒller, erwachsene Menschen, die sich morgens um ein Körnerbrötchen streiten oder erwachsene Menschen, die sich mit Tupperdosen eindecken und Mittagessen von anderen klauen, um das mit nach Hause zu nehmen.

Am Àtzenden fand ich aber die, welche einem ungefragt einfach so quasi im Vorbeigehen ihre Traumata in allen Einzelheiten erzÀhlten. Den Ballast bei einem abluden und dann weitergingen.

Aber im vorherigen stationĂ€ren Aufenthalt da habe ich auch Dinge erlebt, die nicht faßbar sind. Wo man sich fragt, was mit einigen Menschen so generell nicht stimmt, egal ob nun schwer traumatisiert oder depressiv.

Da war ich froh, daß meine Zimmernachbarin so tiefenentspannt war, die war echt in Ordnung, wir hatten noch lange Zeit danach Kontakt und trafen sie dann in der Tagesklinik wieder.

Ich hatte eine Mitpatientin die stand irgendwann mal neben mir in der PatientenkĂŒche (im VollstationĂ€ren Aufenthalt) und meinte nur zu mir, sie hĂ€tte mich jetzt mal beobachtet (wtf. sie hat mich beobachtet? Warum?) ich wĂŒrde ja in meinen Kaffee immer 3 x SĂŒĂŸstoff machen, ob ich denn nicht wisse, wie ungesund das wĂ€re und ob das denn nötig wĂ€re. WTF?? Meine Antwort war nur, ja, wisse ich und wĂŒrde mich nicht interessieren, drehte mich rum und ging kopfschĂŒttelnd weg.

Ein anderes Mal (gleiche Person) benötigte eine andere liebe Mitpatientin SchnĂŒrsenkel, keine Ahnung warum, jedenfalls hatte ich welche dabei (auch hier, keine Ahnung warum ,-9), da es ja verboten war andere Patientenzimmer zu betreten stand ich also an der TĂŒr und K. lag auf ihrem Bett und hatte keinen Bock auf zustehen, ich solle ihr die SchnĂŒrsenkel rĂŒber werfen, das tat ich auch. Hahaha, diese landeten auf dem Bett der anderen (die mit dem SĂŒĂŸstoffgedönse), uh, uh, das gab einen Aufstand spĂ€ter noch. Sie sprach mich dann an was mir einfallen wĂŒrde und ihr Bett wĂ€re jetzt kontaminiert, weil die SchnĂŒrsenkel auf ihrem Bett gelandet waren. Ok, klar, bei ZwĂ€ngen und so, konnte ich ja nicht wissen und habe ich auch nicht mit Absicht gemacht, man sollte da aber vernĂŒnftig drĂŒber reden können oder?

Dann habe ich beim Essen mal den Fehler gemacht mich auf einen Platz zu setzen, wo ich mich nicht hĂ€tte, drauf setzen dĂŒrfen, der war ohnehin frei, da saß niemand mehr, seit Tagen und ich dachte mir der Platz gefĂ€llt mir besser sitz ich nicht mehr mit dem RĂŒcken zur TĂŒr, das mag ich nĂ€mlich nicht. Da kam dann eine an und hat einen Aufstand gemacht fĂŒr 5 große was mir einfallen wĂŒrde und bla, aber das sagte sie nicht zu mir das brĂŒllte sie im kompletten Essensraum rum als ich nicht anwesend war, sie hatte mitbekommen das ich dort gesessen hatte. Das wurde mir dann zugetragen.

Dann dachte ich mir ok, sprich sie mal drauf an und klĂ€r die Sache unter vier Augen. Tat ich, bin zu ihr hin und hab sie angesprochen, DAS war ein weiterer Fehler. Dann warf sie mir vor, ich wĂ€re ja sowas von feige, sie unter vier Augen anzusprechen ich hĂ€tte das VOR der Gruppe machen mĂŒssen und bla.

Beim nĂ€chsten Mal dann aber der Oberkracher, ich komme in den Essensraum da sitzt die da und macht sich gerade fett darĂŒber lustig, was eine Mitpatientin in der geschlossenen Depressionsgruppe erzĂ€hlt hat, ĂŒber ihre Ängste, das hat die breitgetreten vor anderen Patienten, die nicht in der Indikationsgruppe waren, lauthals drĂŒber gelacht wie man denn solche Ängste haben könnte und das wĂ€re lĂ€cherlich und bla. Sie hat also entgegen aller Regeln Dinge aus der Gruppe nach außen getragen und anderen erzĂ€hlt, ich war platt.

Wißt Ihr man kann seelisch krank sein und so aber das ist keine Entschuldigung fĂŒr so ein Verhalten ich fand das assi und hab das dann direkt angesprochen. Ebenso machte ich das zum Thema am nĂ€chsten Gruppentermin, ich sagte ich werde in der Gruppe zwar noch da sein aber nichts mehr sagen aus den und den GrĂŒnden. Die Gruppentherapeutin war geschockt ich sagte halt das man eben nicht sicher sein kann das die Dinge, welche in der Gruppe besprochen werden, auch innerhalb der Gruppe bleiben und wenn man da nicht drauf vertrauen kann, macht die Gruppe fĂŒr mich keinen Sinn, null! Alle bis auf die Auslösende haben sich entschuldigt und gesagt, ja das wĂŒrden sie verstehen und ja, so hĂ€tten sie das noch gar nicht betrachtet. Ich habe nur noch gesagt, daß man sich so die kostbare Therapiezeit sich und anderen stielt! Wir wĂ€ren doch alle hier, um gesund zu werden.



Ja, lustig, eigentlich wollte ich doch von heute erzÀhlen und was ist raus gekommen?

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