… Hamsterrad der Ausweglosigkeiten 2 …

Eigentlich wollte ich ja was ganz anderes schreiben bis mir die Schlagzeile ins Auge fiel, dachte mir das passt in ein Einzelposting, lassen wir die Überschrift mal stehen und machen einfach bei Teil 2, bei dem weiter was eigentlich geschrieben werden wollte.

Hamsterrad, so fĂŒhlt sich das immer mal wieder an, mein ganzes Leben ist sowas wie ein Hamsterrad. Man lĂ€uft und lĂ€uft und hat doch den Eindruck man kommt nicht von der Stelle und dreht sich immer nur sowas wie im Kreis. Aber noch in der Hoffnung das dieses Hamsterrad einen einfach mal rauskatapultiert das man noch anderes sehen kann als dieses beschissene Hamsterrad.

Ok, das Hamsterrad glĂ€nzt nicht mehr so schön, an der ein oder anderen Stelle hat es Flecken, es gibt Riße und der Hamster ist nicht mehr in der Lage den schönen Schein des tollen Hamsterrades zu wahren. LĂ€uft aber irgendwie unbeirrt weiter. SpĂŒrt selbst keine positiven VerĂ€nderungen und kann nicht im Ansatz erkennen das der Weg sich mal wirklich auftut um zu zeigen das es auch anders geht, das VerĂ€nderungen möglich sind. Der Hamster lĂ€uft unbeirrt in eine Richtung und weiter und weiter.

Das Hamsterrad im eigenen KĂ€fig. Die TĂŒr vom KĂ€fig steht mittlerweile ja auch auf, da ist niemand mehr der diese KĂ€figtĂŒr auf Dauer fest verschließen kann, das hat der Hamster bereits erreicht. Aber schaut er auch aus der TĂŒr? Nein er lĂ€uft jetzt im Rad mit einem anderen Ziel und merkt gar nicht das er sich trotz allem noch im Rad befindet. Dieses Scheiß Rad, der Hamster kennt nichts anderes.

Wenn der Hamster dann mal sowas wie schlĂ€ft und am nĂ€chsten morgen völlig unausgeschlafen erwacht, weil er in der Nacht das quietschen seines Hamsterrades gehört hat obwohl es stillstand, braucht er erstmal Zeit um sich zu orientieren. Dabei erhascht er auch hin und wieder mal einen Blick auf die offene TĂŒr.

Völlig unvorstellbar fĂŒr den Hamster, das diese TĂŒr offen sein sollte und auch offen bleibt, noch unvorstellbarer, das es hinter dieser TĂŒr, ein Leben außerhalb des KĂ€figes und des Hamsterrades geben könnte. Er sieht zwar die anderen vor der TĂŒr, fragt sich wie das geht ohne das Rad, fragt sich wie das geht und denkt sich, naja er hĂ€tte das aber nicht verdient so zu sein, er hat es noch nie gekannt, es gab vielleicht mal AnsĂ€tze davon aber die waren eher nur schöner Schein, das war so ein naja macht man halt so, aber wohl gefĂŒhlt hat er sich dabei nie. Das war immer fremd, wie geht das sich von Herzen zu freuen, wie zum Geier geht das einfach mal aus seiner Haut raus sich sowas wie fallen lassen und tatsĂ€chlich auch mal so richtig zu genießen. Wie fĂŒhlt sich das wohl an? Ist das gefĂ€hrlich?

Sobald der Hamster aber einen Fuß vor die TĂŒr stellt, ist es wie so ein unsichtbares Band, was den Hamster nicht loslĂ€sst, was ihn immer und immer wieder in den KĂ€fig zurĂŒckzieht.

Der Hamster weiß aber das es da vor der TĂŒr andere gibt, welche ihm wohlgesonnen sind, andere gibt die ihm immer und immer wieder signalisieren, komm raus, trau dich, der Hamster möchte das so gerne aber dieses Band zieht sich bei jedem Versuch enger um seine Kehle. Der Hamster weiß nicht, das dieses Band sich aber auch zerreißen lassen könnte, er kriegt es einfach nicht in seinen Kopf hinein, irgendetwas hĂ€lt ihn dort wo er ist.

Der Hamster ist in seinem KĂ€fig aber nicht alleine, da sind noch andere Hamster, das doofe nur, all diese Hamster sollen sich einen Körper teilen, Sobald einer von diesen Hamstern es auch nur ansatzweise geschafft hat ĂŒber die TĂŒrschwelle zu klettern mit enormen Kraftaufwand, kommt der nĂ€chste daher der meint das ginge nicht. Es gĂ€be da niemanden der einem wohlgesonnen wĂ€re, es kommt nicht an, es kommt einfach nicht an.

Die Vorstellung wenn alle sich zusammen tun wĂŒrden, wĂ€re es vielleicht ein leichtes die TĂŒrschwelle zu ĂŒberwinden um zu sehen was es alles tolles zu entdecken gibt dahinter. Aber das, was man nicht kennt macht Angst.

Von oben herab fÀllt eine Fussel in den HamsterkÀfig, der Hamster registriert irgendwie das da noch mehr Fusseln sind. Diese aber sind so leicht und verfliegen sich im Wind. Je mehr Wind der Hamster mit dem Hamsterrad erzeugt umso mehr Fusseln wirbeln auf im KÀfig, bis der Hamster begreift, die Fusseln gehören auch zu den vielen Hamstern.

In seiner Verzweiflung versucht er sich von den Fusseln zu befreien, sie durch die GitterstĂ€be seines KĂ€figs nach außen zu schaffen oder unter dem Streu in seinem KĂ€fig zu verbergen, das hat doch lange funktioniert, jetzt wirbeln sie umher die Fusseln, vor die TĂŒr oder einfach nur durch die Gittern quetschen, sie sollen weg gehen. Aber die Fusseln sind auch da, sie gehören zu jedem einzelnen dieser Hamster und das alles in einem kleinen Hamsterkörper.

Auf manche dieser Fusseln hat er sein Hamstersteinhaus gestellt in der Hoffnung das wĂŒrde alles gut verdecken und die Fusseln verbergen. Auch das funktioniert nicht mehr selbst die Fusseln versuchen sich von der Last des Steinhauses zu befreien, weil sie es nicht mehr ertragen können nicht gesehen und gehört zu werden.

Der Hamster selber hat das GefĂŒhl als wĂŒrde er versuchen in der Antarktis Schnee zu schippen.

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